
Manche Brombeeren schmecken nicht nur himmlisch, manche scheinen direkt aus dem Himmel zu kommen!
Wenn nach fast sechzig Jahren Ehe ein Partner stirbt, ist es für den, der zurückbleibt schwierig, eine neue Balance zu finden.
Als mein Onkel vor 5 Monaten starb, hatte meine Tante 58 Jahre ihres Lebens mit ihm geteilt. Das ist viel mehr, als nur Tisch und Bett. Es ist … es ist einfach alles! Sie haben es zu bescheidenem Wohlstand in dem Sinne gebracht, als sie ein Haus haben, aus dem Garten leben können, ein paar Ersparnisse hüten und, vor allem, hunderte von Menschen zu ihren guten Bekannten und viele Menschen zu ihren Freunden zählen können.
Nun ist, wie schon gesagt, mein Onkel gestorben und meine Tante muss eine neue Balance finden. Zum guten Glück vergeht kein Tag, an dem nicht irgendwer zu Besuch kommt - aber nicht immer bringt der Besuch auch gute Gedanken mit.
Meines Onkels Ein und Alles war der Garten. Endlose Stunden verbrachte er in Hege und Pflege, um aus diesem Stück Erde einen Garten Eden zu machen, einen Garten, der Ihnen mehr als nur Essen bescherte. Aber nicht nur der Garten war ihm wichtig. Auch sein täglicher Spaziergang war eine Disziplin, der er pünktlichst morgens um sieben Uhr nach kam. Er verließ das Haus, kam an allerlei Gärten vorbei, wanderte durch langgestreckte Felder in den Wald, ging in einem großen Bogen um den Ort herum und kam schließlich wieder durch seinen Garten ins Haus zurück, wo ihn meine Tante und der Duft frischen Kaffees erwartete. Aber, nur selten kam er mit leeren Händen nach Hause. Oft, um nicht zu sagen immer, hatte er etwas von unterwegs mitgebracht. Gerne eine einzelne Rose, im Herbst soviele Walnüsse, dass es für mehrere Kuchen reichte, oder im Sommer gerne Brombeeren. Wundervolle schwarze süße Brombeeren. Zwei Eimerchen voll. Genug für Kuchen oder Deserts. Den Rest des Eintrags lesen. »




