
Dankbarkeit gibt es auf verschiedenen Stufen
Eine starke Voraussetzung, seinen eigenen Traum zu leben, schafft Dankbarkeit.
Vor einiger Zeit hatte ich einen Termin. Frisch rasiert, wohl duftend und gut gekleidet, federte ich zu meinem Auto in der Garage, klemmte mich hinters Lenkrad und startete. Das heißt, ich wollte starten, aber es tat sich nichts. Gar nichts. Mein erster Gedanke war, Licht angelassen, aber das stimmte nicht. Außerdem mault mein Auto, wenn ich mit eingeschalteten Scheinwerfern die Tür aufmache. Ich probierte dies, probierte das, nichts funktionierte. Es blieb mir nichts übrig, als meinen Termin abzusagen und darüber nachzudenken, wie ich mein Auto in die Werkstatt bekomme. Nach einer Weile und dieses mal ohne Termindruck, beschloss ich, der Sache selbst noch mal auf den Grund zu gehen. Ich also wieder zum Auto, eingestiegen, Schlüssel gedreht … und große Augen bekommen. Der Motor sprang sofort an. Ohne Probleme. Ohne Murren. Sofort. Und, um es gleich vorweg zu nehmen, dieses Problem hatte ich danach nie wieder.
Als ich später am Abend in der Kontemplation diese Geschichte betrachtete, war der erste Gedanke (und auch der einzige) der mir kam, der, wie selbstverständlich ich alles voraussetze. So, als habe alles so zu sein oder zu funktionieren, wie mir es grad in den Kram passt. Ohne auch nur den leisesten Anflug von Dankbarkeit! „Wie jetzt,“ denken Sie womöglich, „soll ich vielleicht auch noch meinem Auto gegenüber dankbar sein, dass es läuft?“
Vor ein paar Jahren hatte ich Gelegenheit, ein paar Wochen lang in den USA zu leben und zu arbeiten. Eines Tages kam ich dort in die öffentliche Bücherei. An einer Stelle des Raumes fielen mir viele kleine Zettelchen auf, die an der Wand angebracht waren. Auf diesen kleinen Zettelchen stand jeweils ein Satz, geschrieben von Kindern im Alter von vielleicht 5 Jahren. Zu lesen war zum Beispiel:
„Ich finde mich toll, weil ich schon ganz alleine in die Schule gehen kann.“
Oder:
„Ich finde mich toll, weil ich schon ohne meinen Papa Fahrrad fahren kann.“
Ein Junge fand sich toll, weil er seinem kleinen Bruder beim Anziehen helfen kann, ein Mädchen fand sich toll, weil sie schon einen ganzen Satz schreiben kann. Finden Sie nicht auch, dass das hinreißend ist? Alleine schon die Idee, Kindern Gelegenheit zu geben, sich nicht nur toll zu finden, sondern es auch zu veröffentlichen! Wenn ich an diese Zettel denke, bin ich heute noch dankbar für diese kleinen Hinweise, denn sie gaben mir gute Ideen für den Umgang mit meinem Sohn, der damals gerade geboren war.
Aber … halt: Wäre jetzt nicht auch eine gute Gelegenheit, sich selbst toll zu finden? Ja, ich meine Sie! Sie, der/die diesen Artikel gerade liest. Nehmen Sie sich einen Moment lang Zeit und halten Ausschau nach etwas, was Sie an sich selbst toll finden und lesen Sie nicht weiter, ehe Sie etwas gefunden und aufgeschrieben haben.
Hey … erst finden, dann aufschreiben und dann erst weiter lesen …
Aus meiner Sicht gibt es Dankbarkeit auf verschiedenen Stufen. Die einfachste Form ist die, dass man sich bedankt, wenn man etwas bekommt. Möglicherweise ist dieser Gedanke ein bisschen antiquiert, trotzdem sehe ich es so. Auch bezahlte Dienstleistungen verdienen ein Wort des Dankes, nachdem Sie erbracht wurden.
Eine weitere Stufe der Dankbarkeit ist der Respekt vor Ihrem Gegenüber. Wenn in der heutigen Zeit etwas augenfällig ist, dann ist es ein rapides Verschwinden dieses Respektes. Es ist so modern geworden, zum Beispiel das Versagen der Manager, deren Gier und was weiß ich was noch alles anzuprangern. Und noch leichter scheint man zu vergessen, dass wir alle Fehler machen, dass wir alle unsere kleinen oder größeren dunklen Flecken haben.
Den Splitter im Auge deines Nächsten siehst du, den Balken aber in deinem eigenen nicht …
Aus meiner persönlichen Sicht ist die höchste Stufe der Dankbarkeit Begeisterung. Und hier wird auch die Macht des Prinzips der Dankbarkeit am sichtbarsten: Jemand, der begeistert ist, scheint unaufhaltsam! Es scheint ihm alles zu gelingen, ja, es scheint, als könne er wie ein Zauberer sogar Rückschläge und Niederlagen in Siege verwandeln. So jemand verwindet es auch, wenn mal das Auto nicht anspringt und ein Termin abgesagt werden muss.
Erlauben Sie sich Begeisterung! Erlauben Sie sich, andere zu begeistern - auch dann, wenn alles um Sie herum lange Gesichter macht oder Trübsal bläst. Sie werden sehen, wenn Sie wirklich von dem, was Sie tun, begeistert sind, wird es nicht lange dauern, bis Sie Menschen finden, die diese Begeisterung teilen und Hilfe anbieten, Ihren Traum zu verwirklichen - was auch immer das sein mag.
Begeisterung beginnt mit einem positiven Blick auf sich selbst! Beginnen Sie den Tag damit, sich toll zu finden, und wenn es sein muss „nur“ dafür, dass es Ihnen gelungen ist, genug zu essen und einen Job zu haben, auch wenn es vielleicht (noch) kein Kaviar oder (noch) nicht Ihr Traumjob ist. Erlauben Sie nichts und niemandem, Sie aus Ihrer Begeisterung heraus zu lösen. Begeisterung ist Dankbarkeit auf hohem Niveau für das Geschenk des Lebens. Sie leben, Sie sind Seele und Sie sind frei, Ihr Leben zu gestalten, wie Sie wollen. Diese Form der Dankbarkeit wird Ihnen dabei helfen, ein großartiges Leben zu leben und einem großen Traum eine Form zu geben.
rk-f

#1 by Anne on Montag, 16. März 2009
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… zunächst erst einmal vielen Dank dafür, dass es diesen Blog gibt, in dem Woche für Woche immer wieder so wunderschöne, anhebende Geschichten stehen, die einfach glücklich machen und dazu anregen, den eigenen Traum zu verwirklichen.
Übrigens: Begeisterung ist etwas Wunderbares. Ich hatte vor zwei Jahren einen totalen Durchhänger im Büro. Aber dann kam eine neue Kollegin, die sich total begeistert für den Job eingesetzt hat und es immer noch tut. Mit ihrer Begeisterung hat sie auch mich damals mitgerissen, so dass bei mir der Spaß an dem Job auch wieder kam. Ich bin heute noch dankbar, dass diese Kollegin damals zu uns kam und mir durch ihre Begeisterung geholfen hat, meine Haltung (wieder) zu ändern.
Herzliche Grüße
Anne
#2 by Eva on Dienstag, 17. März 2009
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Ich finde mich toll, weil es mir immer wieder mal gelingt, Hinweise aufzunehmen und in mein Gewahrsein zu bringen.
Zum Beispiel:
Am Sonntag feierten wir Geburtstag. Meine Tochter ruft mich, etwas irritiert, noch am Morgen an. Ihr jüngster Sohn (4) habe am Frühstück behauptet, ich hätte angerufen und gesagt, ob sie auch an die Blumen gedacht hätten. Sehr schnell sagte ich, dass ich überhaupt nicht angerufen hätte und auch nichts von Blumen wüsste. So. Eigentlich hätte das Gespräch damit beendet sein können. Aber da regte sich etwas in mir.
“Weißt Du, komisch ist das schon. Ich habe mir in Gedanken gewünscht, dass Deine Kinder mir ein Sträußchen Gänseblumchen pflücken könnten”, sagte ich noch.
Mein kleiner Enkel hatte diese Botschaft offensichtlich ganz deutlich aufnehmen können und teilte sie seiner Mutter auf diese Weise mit. Ich fand mich toll, weil ich aus den verschiedenen Puzzleteilen den größeren Zusammenhang erkennen durfte.