Goldgräber aus dem letzten Jahrhundert

Goldgräber aus dem letzten Jahrhundert

Kalifornien ist berühmt. Dort ist Hollywood, San Francisco, Nappa valley (Wein), Silicon valley, Intel, Berkeley, Arnold Schwarzenegger, San Andreas Graben,(Erdbeben!) und Gold. Die ersten Siedler waren die spanischen Missionare, die entlang der Küste ihre Missionsstationene bauten. Es gab dort Indianer und Missionare eben. Den Indianern brachte man mühsam Landbau bei und Masern. Wie Sie vielleicht wissen, starben über drei Viertel der Eingeborenen an dieser Infektionskrankheit, gegen die sie keine Antikörper besaßen. Es mangelte danach noch mehr an Menschen in diesem großen Land. Es kamen aber auch Siedler aus Europa. Wer von Ihnen schon einmal über ein Gebirge wie die Alpen oder gar über die riesenhaften Rocky Mountains geflogen ist, kann sich kaum vorstellen, wie Menschen überhaupt diese Barrieren aus Fels überwinden konnten.

Der Kaiser von Kalifornien: Johann Sutter

Der Kaiser von Kalifornien: Johann Sutter

Johann Sutter, (ein Schweizer, der wegen großer Schulden fliehen musste) gelangte über dem Landweg nach Kalifornien und errichtete dort ein vorbildliches und riesiges landwirtschaftliches Imperium. Ihm gehörte ein riesiges Gebiet, einschließlich des Landes auf dem heute San Francisco steht. Man ließ sich damals ganz einfach per Dekret ein Gebiet vom Gouverneur bestätigen (hieß claim) und schon gehörte es einem. Ja, und dann wollte er eine Sägemühle an einem Ort errichten, an dem es natürlich Bäume und Wasser gab. Es gab noch etwas, aber davon wusste er zuerst nichts.

Man kann diesen Ort besuchen. Er sieht vollkommen harmlos aus, - heute und wahrscheinlich auch damals - Coloma vor dem Januar 1848.

Im Mühlbach wurden Goldnuggets gefunden. Danach war die Welt nicht mehr wie zuvor. Obwohl verantwortliche Männer wie Sutter die große Gefahr erkannten und den Fund geheim halten wollten, brach das große Goldfieber aus. Es drang bis in den letzten Winkel unserer Erde und abenteuerliche Menschen machten sich auf den Weg. Stellen Sie sich doch nur einmal vor, da wird von, natürlich unermesslichen, Goldfunden geredet und ein Mensch aus, meinetwegen Italien oder der Türkei oder Indien oder China bricht auf und will auch nach Coloma und dort  nach Gold schürfen. Diese Menschen mussten eine Schiffspassage buchen, dafür brauchten sie erst einmal Geld. In New York angekommen, mussten sie sich einem Treck anschließen und durch dieses rieige Land zu Fuß unter unglaublichen Strapazen bis zum anderen Ozean kommen.

Welchen unglaublichen inneren Drang müssen diese Menschen gehabt haben!

(Da waren die Asiaten wahrscheinlich schneller.)

Welchen unglaublichen inneren Drang müssen diese Menschen gehabt haben! Welche Träume, welche Vorstellung von mehr Geld, Reichtum  und letzlich Glück musste in ihnen wohnen.

Könnten Sie sich vorstellen, Sie würden heute von, -  zum Beispiel,  - ja was ? hören. Ich dachte gerade, ich könnte ein Beispiel für etwas finden, das uns zu einem solchen Schritt veranlassen könnte. Mir fällt aber keines ein. Das passt zu uns Europäern nicht mehr. Ja, die bitterarmen Menschen aus Teilen Afrikas, die sich in eine Nussschale setzen und Europa zu erreichen versuchen. Die ja.

Der Goldrausch hat wenige Menschen reich gemacht. Sie mussten für einfache Lebensmittel mehr Gold  bezahlen, als sie aus der Erde schürfen oder im Fluss auswaschen konnten. Und hat es sie glücklich gemacht? Hat sich ihr Traum verwirklicht? Ihr innerer  Drang war sehr stark gewesen, sonst hätten sie sich nicht aufgemacht.

Eines haben sie diesem Land jedenfalls hinterlassen:

Das Bewusstsein, eine Wahl zu haben, sein Leben gestalten zu können und Träume Wirklichkeit werden zu lassen.