Kennen Sie das: Sie hängen irgendwie komplett fest?
Kommt gut, oder?!
Hatte ich heute mittag. Schon am morgen bemerkte ich, wie mir die Ideen ausgingen und sich mein Denken um etwas ganz anderes, etwas “Grundsätzlicherem” drehte. Manchmal ist es einfach richtig, diesem Streben nach grundsätzlicher Klarheit nachzugeben … und manchmal lenkt es nur ab!
Twyla Tharp beschreibt in ihrem Buch The Creative Habit (leider nur in englisch) eine Szene, wie sie in ihrem Tanzstudio steht, eine Tanzpremiere vor Augen, die in acht Wochen stattfinden soll, eine Dance Company im Nacken, die bald anrücken wird - und gänzlich ohne Idee, was sie denn choreographieren wird! Und sie kommentiert diese Szene etwa wie folgt:
„Ein leerer Raum, eine Premiere und mehrere, schon ausverkaufte Vorstellungen - und keine Idee. Aber wir sind Profis. Wir können mit diesem Druck umgehen …“
Als ich heute mittag in dieser Situation war, war mein Gedanke, auszubrechen und in gewisser Weise die Bühne zu verlassen. Ich griff mir mein Sportzeug und ging in die Halle zum Workout - ging auf den Stepper, bis mir das Wasser aus allen Poren schoss. Und es hat sooo gut getan.
Als ich dann wieder an meinen Schreibtisch zurück kehrte, war die Blockade nicht weg, aber ich hatte einfach mal losgelassen und etwas anderes gemacht - ich hatte die Maschine in mir sich selbst überlassen, um später eine Entscheidung treffen zu können.
Jetzt geht es mir besser und ich hatte Glück, denn die Blockade, in diesem Fall, war ein Hinweis darauf, dass ich auf dem Weg in die falsche Richtung war. Es zahlt sich aus, sich immer wieder sehr klar darüber zu sein, wo man hin will, denn auf dem Weg zu seinem Ziel warten viele süße Verführer, die einen zum Anhalten oder sogar zum Abbiegen bringen wollen.
Machen wir uns nichts vor: Erfolg ist nicht leicht zu erringen. Wenn dem so wäre, dann hätten alle Menschen Erfolg. Es ist schwierig, sich für ein Ziel zu entscheiden, dass weit ab am Horizont liegt und mit der Sonne untergeht. Nur: bei der Sonne wissen wir, aus Erfahrung, dass sie wieder aufgeht und ihre Bahn entlang zieht, aber von unserem Ziel wissen wir das nicht. Wir verlieren es für einen Moment aus den Augen, vielleicht weil es Nacht ist, vielleicht weil andere, sinnvollere Ziele aufgetaucht sind. Vielleicht weil uns die Kraft oder der Mut oder was auch immer verlassen hat.
Wenn aus dem hellen Tag finstere Nacht wird, bleiben wir entspannt und gehen schlafen. Wir wissen, dass die Sonne nicht weggelaufen ist. Wir wissen, dass jetzt Nacht ist und das alles in Ordnung ist, obwohl wir die Sonne nicht mehr sehen können. Warum zittern wird dann so, wenn unser Weg durch eine Art finstere Nacht der Seele führt?
Ich glaube, wir zittern, weil wir noch nicht so erfahren sind im Umgang mit unseren inneren Möglichkeiten und Fähigkeiten … es mangelt uns oft noch an Selbstvertrauen, an dem Vertrauen in unser Selbst.
Wenn Sie sich auch mal wieder festgebissen oder an irgendwas aufgehängt haben, versuchen Sie, locker zu bleiben, entspannt. Wenn Sie die Möglichkeit haben, gehen Sie Sport machen, oder spazieren, oder ins Eiscafe und beobachten Menschen. Egal, was sie tun, bleiben Sie entspannt und sagen sich:
„Ich kenne den Weg, auch wenn ich ihn gerade vergessen habe - aber er fällt mir gleich wieder ein.“
Bleiben Sie entspannt …
