Was wir suchen, ist eine Haltung der Entspanntheit, ohne dabei die nötige Anspannung aufzugeben.

Was wir suchen, ist eine Haltung der Entspanntheit, ohne dabei die nötige Anspannung aufzugeben.

Es ist für mich immer wieder interessant, wie man sich völlig unbewusst in bestimmte Lebenssituationen hinein manövriert, um etwas ganz Bestimmtes zu lernen. Oder ist das nur Zufall, wenn man in einer Situation plötzlich ein Aha-Erlebnis hat, das einem die ganze Situation - oder vielleicht sogar mehr - verständlich macht?

Meine Zeiten sind im Augenblick ziemlich stressig - was meint, dass ich verschiedene Sachen, die ich entweder gerade mache oder bislang gemacht habe, ständig daraufhin hinterfrage, ob das noch aktuell ist, ob es noch gut genug ist - ob ich gut genug bin. Und solche Situationen ziehen gerne auch dunklere Momente nach sich, Momente, in denen man das, was man so vor sich sieht, gerne in die Tonne kloppen möchte. Ich glaube, niemand ist ganz frei von solchen Momenten - nur hat der eine vielleicht öfter solche Zeiten und ein anderer vielleicht seltener. Es ist wahrscheinlich alles eine Frage des karmischen Setups.

Gestern war ich am Grübeln über eine bestimmte Situation und auf der Suche nach einer Lösung, nach einer guten Entscheidung. Es gelang mir, eine hilfreiche Kontemplation so lange wie möglich hinauszuzögern - vielleicht macht man gerade dann, wenn man eine spirituelle Übung am dringendsten braucht eben gerade keine … :-)

Wie auch immer, spät in der Nacht schließlich machte ich es mir auf dem Bett bequem, schloss meine Augen und wollte eine Übung beginnen. Mein Plan war, dass ich entweder eine Lösung für das Problem finden, oder aber einschlafen und eine Lösung im Traum finden würde. Beides war gleich gut.

Ich begann mein Mantra und kaum hatte ich angefangen, hörte ich den inneren Meister sagen: „Was suchst du eigentlich?“ und schon begann ich, nach Formulierungen für mein Problem zu suchen, kam aber nicht sehr weit.

Suchst du eine Lösung für das Problem oder von ihm?

Das überraschte mich. Mit einem mal wurde mir klar, wie die Suche nach einer richtigen Lösung in einer Suche nach Geschmack oder Gefühl unterging. Die Frage, die in mir auftauchte, war:

Braucht es für Glück einen Anlass?

In unserem Alltagsdenken, glaube ich, ist eine tiefe Überzeugung verankert, dass es erst einen Anlass geben muss, ehe man sich glücklich fühlen darf. Kann gut sein, dass wir so eingestellt sind, weil wir ehrlich in unseren Gefühlen sein wollen: Wenn wir grad mies drauf sind, ist sich glücklich zu fühlen oder grundlos ein solches Gefühl einzunehmen eben nicht ehrlich!

Der Haken ist nur, dass Gefühle nicht Ursachen, sondern Werkzeuge sind! Wenn man seinen Gefühlen erlaubt, die Richtung vorzugeben, macht man die Wurst zum Metzger! Aus meiner Sicht ist es vielmehr umgekehrt: Zuerst muss ich glücklich sein, um danach zu erleben, wie sich glückliche Umstände und Ereignisse formen.

Delfine leben in der Zukunft und versuchen, die Gegenwart in sie hineinzuziehen.

Natürlich müssen wir Entscheidungen treffen. Jeden Tag tausendmal. Aber wenn wir unseren Traum leben wollen, dann müssen wir lernen, uns nicht zu sehr mit dem Alltag und seinen Problemen zu identifizieren, dann müssen wir lernen, nicht in den Nichtigkeiten des Alltags zu ertrinken und uns stattdessen unsere spirituelle Identität zu bewahren. Das ist das Gegenteil einer Haltung der Apathie und Gleichgültigkeit, oder des Zorns und der Verbissenheit. Vielmehr ist es eine Art kindliche Neugier, wie gerade dieses Ereignis dazu beitragen wird, unsere Ziele zu erreichen, oder warum jener Unfall für uns sehr wichtig war.

Im Buch “Delfin Strategien - Management in chaotischen Systemen” heißt es:

“Delfine leben in der Zukunft und versuchen, die Gegenwart in sie hineinzuziehen.”

Ich glaube, das ist dasselbe. Wenn es uns gelingt, eine innere Haltung einzunehmen, glücklich zu sein - und zwar glücklich zu sein ohne wenn und aber und frei von jeglicher Bedingung - dann erlauben wir den Dingen ihren natürlichen Fluss. Dann müssen wir nicht etwas machen, sondern lassen es durch uns geschehen …

Es ist eine Haltung von Entspanntheit, ohne dabei die natürlich Anspannung zu vernachlässigen, die es einfach braucht, um nicht in die Apathie zu fallen und uznseren Alltagsgeschäften nachzugehen.

Es ist eine Kunst …