Aber sehen Sie: Man muss tatsächlich Dinge zum richtigen Zeitpunkt säen, damit es zu einer Ernte kommen kann.

Dieser Tage kaufte ich wie üblich im Herbst Blumenzwiebeln. Ich liebe es üppig und deshalb müssen auch die Frühjahrsblüher dicht und bunt in meinem Garten prangen. So kaufe ich die braunen Knollen häufig bei Aldi. Dort kann ich mir die doppelte Menge leisten. Ich suchte also in den Kartons nach meinen Favoriten. Die Narzissen sollten eher klein und kurz sein. Sie knicken dann weniger um. Es gibt auch seit ein paar Jahren ganz entzückende Narzissensorten. Die Krokusse sollen möglichst dicht stehen und kräftig in der Farbe sein. Ich musste mir dieses Mal wieder neue Ware kaufen. Zu meiner Enttäuschung gedeihen sie nicht wirklich gut in meinem Garten.

Und dann die Tulpen! Sie sind die Königinnen, finde ich.

Die sogenannten botanischen Sorten blühen sehr früh. Man kann schon im März mit ihnen rechnen. Tulpen sind ja gar nicht wirklich Frühblüher. Üblicherweise wird es April/Mai, bis sie sich in ihrer ganzen Schönheit und Fülle entfalten. Die Papageientulpen sind meine absoluten Favoriten. Dies sind sehr alte Sorten. Sie sind schon ein paar hundert Jahre alt und man kann sie oft auf Stillleben sehen. Ihr Blütenrand ist ausgefranst, das einzelne Blütenblatt eher unregelmäßig. Ich will Sie keinesfalls langweilen. Es gibt sie in allen möglichen Farben und auch mehrfarbig.

Dann braucht eine Komposition mit Tulpen unbedingt das Weiß. ( Und nicht nur Tulpen!) Es ist wie mit dem Weiß, das der Künstler in das Auge  eines Menschen malen muss. Erst dann beginnt die Komposition zu leben.

Weiße Tulpen gibt es bei Aldi allerdings nie. Da muss ich dann unbedingt den Anbieter wechseln. Ja, in meinem Garten gibt es eine Stelle, an der sich vor Bambus eine schmale Rabatte schlängelt. Ein idealer Platz für meine Tulpen. Nein, sie dürfen sich für meinen Geschmack niemals einzeln aneinander reihen. Sie stehen in eher unregelmäßigen Grüppchen nebeneinander. Sie sollten aber dieselbe Blühzeit haben. Das muss man beim Kauf unbedingt beachten. In der Größe können sie aber variieren. Das lockert sehr auf.

Ja, ich rede immer noch von Tulpen, aber ich will jetzt damit aufhören. Nur noch eine kleine Bemerkung zum Schluss. Ich besitzte ein Geschirr mit Tulpen und benutze es immer von Februar (in Erwartung der Tulpen) bis Ende April. Vor zwei Jahren entdeckte ich dazu eine bestickte Tischdecke mit TULPEN! Ein ganz und gar ungewöhnliches Stück, das mich seitdem in dieser Zeit begleitet.

Zurück zu Aldi.

Mein Wagen war befüllt mit diesen Blütenträumen und irgendwie abgehoben schob ich meine kostbare Beute durch die Reihen. Da höre ich so gerade noch mit halbem Ohr:” Die kosten also 1.79?” Schnell drehte ich mich um und entdeckte einen älteren Mann, der einen Beutel mit Krokussen in der Hand hielt. Ich ging zurück und klärte ihn über die Preise auf. Noch immer hielt er diese Zwiebeln in der Hand, - ein bisschen unschlüssig. “Dann muss ich die also jetzt in den Boden stecken”, fragte er mich. “Jetzt, damit sie im Frühjahr blühen ? - ist ja eigentlich klar.” Offensichtlich hatte er so etwas in seinem Leben noch nie getan. Ich hielt mich tatsächlich zurück und weiß deshalb nicht, ob er gekauft hat oder nicht.

Aber sehen Sie: Man muss tatsächlich Dinge zum richtigen Zeitpunkt säen, damit es zu einer Ernte kommen kann. ( Tulpen setzt man zwischen September und Dezember, aber der Boden muss schon noch frostfrei sein) Man sollte auch wissen, welche Bedürfnisse das Pflänzchen hat und dafür sorgen, dass sie erfüllt werden.( Tulpen sind sehr anspruchslos, was die Bodenqualität angeht. Sie tragen alle notwendigen Nährstoffe bereits in sich. Aber sie wollen Sonne  haben). Ein bisschen sollte man sich auch merken, wo man welche Saat ausgebracht hat. Vielleicht reißt man sonst sein kleines Plänzchen  aus Unwissenheit aus. ( Man kann sich einen Plan zeichnen, das ist aber aufwändig. Ich stecke oft kleine Stöckchen in die Erde). Und dann muss man sich auch darüber im klaren sein, wieviel man davon will. Eher wenig oder vielleicht viel und kann ich später mit der Menge umgehen? Und was sagt meine Umwelt dazu? Will sie es auch? Denken Sie doch nur einmal an Bärlauch. Der Legende nach hat sie ein eifersüchtiger Fürst in den Garten gepflanzt, damit seine Geliebte bei dem Knoblauchgeruch denGarten und ihren neuen Geliebten meidet. Viel dramatischer ist der weltweite Versuch mit Genmais. Ob wir ihn je wieder loswerden?

Und wie ist es mit Ideen, die uns subtil eingepflanzt werden?

Ich glaube, dass wir sehr achtsam mit dem umgehen müssen, was wir säen. Nur bei einer Saat sind wir ganz auf der sicheren Seite.

Säen Sie Liebe. Sie wird garantiert aufgehen und sich vermehren und verbreiten.