Es ist unsere Kreativität, die wie ein sanfter Windhauch durch unser Leben wiegt und alles verändern kann

Es ist unsere Kreativität, die wie ein sanfter Windhauch durch unser Leben wiegt und alles verändern kann - wenn wir sie denn in uns zulassen!

Nachdem ich in meinem Artikel von gestern schon über dieses spontane Bild berichtet hatte, möchte ich Ihnen heute erzählen, wie es weiter ging.  Malen, vor allem ganz spontanes und absichtsloses Malen, vielleicht sogar während Sie ein Mantra singen (oder ein Lied, dass Ihnen ganz besonders gut gefällt), kann eine starke Wirkung nach sich ziehen!

Als ich am nächsten Morgen mit diesen beiden Gedanken aufgewacht war, war die Lust an schierer Kreativität in mir geweckt.  Ich wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht mit diesem Bild, aber im Verlaufe dieses Tages fiel mir nichts mehr dazu ein, obwohl ich oft darüber nachdachte.

In der folgenden Nacht hatte ich einen Traum. In diesem Traum war ich Insasse in einem Gefängnis und wie es schien, gab es keine Entlassungen. Alle Gefangenen waren gefangen auf Lebenszeit. Es ging ein Gerücht um, dass es in diesem Gefängnis eine Geheimorganisation gebe, die gegen Bezahlung dabei behilflich war, aus diesem Gefängnis zu entkommen. Es hieß, man könne diese Leute nicht erreichen - sie würden mit dem jeweiligen Kandidaten in Verbindung treten. Mit dieser Erinnerung wachte ich auf.

Wow,” dachte ich, “Gefängnis … Lebenslänglich … Geheimorganisation … das klingt wie eine Metapher auf das Leben in einem menschlichen Körper und diese Geheimorganisation ist wie eine Religion, die einen Ausweg kennt … wow!

Als allererstes an diesem morgen, nach Aufstehen und Zähneputzen, machte ich eine Kontemplation.  Ich war mir ganz sicher, dass dieser Traum mit dem Bild von der Mauer zu tun hatte - und jetzt hatte ich den Eindruck, dass das keine Mauer war, die hinter mir lag, sondern eine, die vor mir lag.  Es war etwas, das mich von innerer Freiheit trennte! Deshalb die Kontemplation. Wie konnte ich diese Leute treffen, die mir helfen konnten, frei zu sein?

Aus der Kontemplation nahm ich den Gedanken an eine Goldmünze mit. Es schien, als wäre das der Preis für meine Freiheit eine Goldmünze. Und da ich zur Arbeit musste, beschloss ich, diese Arbeit und diesen Tag zu benutzen, um mir diese Münze zu verdienen. Jeden Kunden, dem ich begegnete, behandelte ich extrafreundlich.  Wenn irgendmöglich schlug ich keine Bitte ab.  Ich tat alles, was irgendmöglich war, um mir diese Münze zu verdienen. Als ich endlich Feierabend hatte, war ich hundemüde.  Zu müde, um zu malen, also hoffte ich auf den nächsten Traum.

Am nächsten Morgen erinnerte ich mich an … nichts.  Keine Traumerinnerung, schrieb ich in mein Tagebuch. Ob ich noch einen Tag für die Goldmünze arbeiten musste?  Dieser Tag verging und auch der nächste und langsam aber sicher ließ ich diese Sache mit dem Traum und der Goldmünze hinter mir.  Sackgasse.

Stattdessen begann ich mich für Brücken zu interessieren.  In mir stieg ein Bild einer Zugbrücke auf und ich versuchte mir vorzustellen, wie ich die malen konnte. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle bemerken, das ich wahrscheinlich der erbärmlichste Maler auf diesem Planeten bin, jemand, dem es wahrscheinlich in diesem Leben nicht mehr gelingen wird, eine Zugbrücke zu malen - schon weil er sich nicht entscheiden kann, aus welcher Perspektive. Einen ganzen Tag lang und auch noch einen zweiten ging ich in Gedanken immer wieder diese Idee durch, wie und vo wo aus ich diese Zugbrücke malen konnte. Irgendwann setzte ich mich am Abend hin und versuchte es einfach. Ich glaube, wenn ich meinem Sohn heute dieses Prachtgemälde zeigen würde, er hielte meine Brücke für einen Joghurtbecher! Für mich allerdings war diese Brücke etwas außergewöhnlich Reales! Sie bestand aus Holz und ich konnte den Klang von Pferdehufen deutlich hören und auch das Gefühl, wenn ich selbst über sie ging, die Planken, den Geruch des Holzes, das alles hatte ich parat. Es war … real!

In dieser Nacht träumte ich wieder von diesem Gefängnis. Es war die Fortsetzung meines ersten Traumes. Diesmal bemerkte ich, dass ich in einem dunklen Feld ein Stück weit außerhalb der Gefängnismauern umherstreifte. Ich war ein bisschen in Freiheit. Dann war ich wieder in den Gefängnismauern und hatte Kontakt zu dieser Geheimorganisation. Ich bezahlte mit der Goldmünze, obwohl ich das Bezahlen selbst nicht sehen konnte. Es war einfach so … dann öffnete sich unter Knatschen und Quietschen eine gewaltige Tür und mit jedem kleinen Stück, das sie weiter aufging, fiel mehr Licht auf mein Gesicht.  Schließlich stand das Tor weit offen und ich ging hindurch. Es schloss sich eine Zugbrücke an, aus dicken Holzdielen - es war die Brücke, die ich mir zwei Tage lang immer wieder im Innern angeschaut und dann versucht hatte, zu malen.  Ich fiel auf die Knie, weinte so heftig wie selten, und immer wieder rief ich durch diesen dicken Tränenschleier des Glücks: “Ich bin frei!”

Dieses Erlebnis gehört zu den stärksten spirituellen Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Ein ganz wunderbarer Traum - ausgelöst durch … malen!

Wenn Sie mögen, schauen Sie morgen wieder vorbei. Da erzähle ich Ihnen den Rest der Geschichte - denn Sie endet nicht hier und nicht mit dem Brückenbild. Vielleicht konnte Sie diese kleine Geschichte dazu animieren, doch wieder mal zu malen und ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen.  Sie werden sehen, es lohnt sich!