Spirit kann mit der Heilung erst beginnen, wenn Sie bereit sind, sich selbst zu helfen.

Spirit kann mit der Heilung erst beginnen, wenn Sie bereit sind, sich selbst zu helfen.

Wie das Leben so spielt …

Am Freitag noch hatte ich ein längeres Telefonat mit Anne, bei dem wir beide festgestellt hatten, wie sehr ihr ein freier Tag fehlt.  Sie hat eigentlich Montags einen freien Tag von ihrem Hauptberuf und nennt das Annetag. Nur, wie das Leben eben so spielt, dieser Tag hat sich schon vor einiger Zeit in Luft aufgelöst.  Kunden, Termine, Verabredungen, Zeit, um Aufträge abzuarbeiten. Und dabei kann ich mich noch sehr gut an ein Gespräch vor etwas mehr als einem Jahr erinnern, bei dem wir ebenfalls die Wichtigkeit eines solchen Tages festgestellt hatten.

Natürlich ist das bei mir gänzlich anders! Ich habe … ämmm … ok, eigentlich habe ich gar keinen freien Tag.  Merkwürdig, wie sich das ergeben hat. Und irgendwie … ist es nicht erstaunlich, wie leicht man Defizite im Leben eines anderen aufdecken kann ohne zu bemerken, dass es die eigenen sind?!

Sie können mir glauben, wenn es nicht am vergangenen Wochenende passiert wäre, ich hätte es nicht bemerkt.  Da hat nämlich, am Samstag, um genau zu sein, meine Frau völlig andere Ideen entwickelt über das, was ihr grade wichtig war.  Das ging ganz beiläufig.  Ein bissel dies, ein bissel das, ein bissel in die Stadt und essen gewesen und so weiter.  Erst am späteren abend bemerkte ich, dass mein Computer noch kein einziges Mal eingeschaltet gewesen war.  Kein mail-check, kein Blog-check, kein gar nix! Den ganzen Samstag lang nicht. Und ich lebte immer noch und meine Arbeit war immer noch da!

Und wissen Sie, was das Erstaunlichste dabei war?  Es hat mir gut getan! So gut, dass ich am Sonntag gleich noch einen faulen Tag angehängt habe.  Gut, ich war am Computer, habe aber nur ein bissel rumgesurft, hier und da wo es mir wichtig schien einen Kommentar geschrieben, aber sonst wirklich nur entspannt.

Wenn man Freiberufler ist, es es schwierig, eine grade Linie zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen - einfach, weil die Übergänge fließend sind.  Meine Arbeit macht mir großen Spaß - sie ist gewissermaßen das, was ich mir immer gewünscht habe.  Trotzdem passiert es leicht, dass ich in ihr verschwinde - und damit verschwindet auch die Balance! Wenn die Balance fehlt, heißt das noch nicht, dass man das gleich bemerkt.  Es heißt nur, dass die Balance fehlt.  Die Auswirkungen können sich ein bisschen Zeit nehmen, bis sie auftauchen, aber sie tauchen auf - wie ich gestehen muss: Tunnelblick, nachlassende Kreativität, Neigung zum Trödeln.

Mir fällt da eine interessante Sache ein, die mir vor einigen Jahren passiert war.  Damals hatte ich ein gutgehendes Zufuhrgeschäft und soviel Arbeit, dass ich manchmal dachte, ich sei ein Hamster im Laufrad. Bis ich auf dem Rückweg vom Flughafen ein Herzproblem bekam.  Gut, nix passiert, ich konnte weiterarbeiten - es wäre mir auch nix anderes übrig geblieben - aber damals beschloss ich, meine Kundenzahl auf ein erträgliches Maß einzudampfen. Ich beschloss, mir einen zusätzlichen freien Tag zu gönnen - den Montag. Aber glauben Sie es oder nicht, wenn der Montag vorbei war und ich wieder anpacken musste, schien es mir, als hätte ich noch nicht einmal ein halbes Wochenende gehabt.  Drei freie Tage am Stück, Samstag bis Montag, waren mir immer noch zu wenig! Das war der Preis den ich bezahlen musste, für das jahrelange übertreiben.

Andererseits: Wir sind auf die Erde gekommen, um Erfahrungen zu machen. Nicht so schlimm, wenn man sich mal in eine Sackgasse manövriert.  Die Türken haben ein wunderbares Sprichwort:

Egal, wie weit du einen falschen Weg gegangen bist, kehre um!

Wir haben die Freiheit, unsere Ziele zu wählen - und die Verantwortung, auf uns selbst aufzupassen. Also gut, ich werde ein bissel mehr auf die Balance achten.  Danke Anne! :-)