
Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit immer auf Glück, auch in schwerer See ...
Wenn man sich in (s)einem Traum bewegt, muss man immer mit Überraschungen rechnen. Entscheidend ist, dass man so entspannt wie möglich bleibt und Ruhe bewahrt. Stärke bzw. Sturheit können dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Vielleicht haben Sie Tin Cup gesehen, einen Film mit Kevin Costner und Don Johnson in den Hauptrollen? Ein abgetakelter Ex-Golfprofi trifft auf eine Frau, der er Golfstunden geben soll, und in die er sich schließlich verliebt. (Un)glücklicherweise ist sie die Freundin eines früheren Rivalen. Die neu aufkeimende Rivalität der beiden Golfer führt im Laufe der Geschichte dazu, dass sich unser Held seiner alten Tugenden erinnert und zu Höchstform aufläuft. Bei den US-Open schließlich setzt sich Roy ‘Tin cup’ McAvoy, unser Held, an die Spitze der Konkurrenz - bis er mit einer seiner alten Leidenschaften konfrontiert wird: Der Eitelkeit.
Im Augenblick der Entscheidung verliert er sein Ziel aus den Augen. Statt sich mit einem Schlag an den Teich heran zu spielen, um dann vom Ufer aus sicher drüber zu kommen, versucht er es spektakulär mit einem einzigen genialen Schlag und landet im Wasser. Nochmal und nochmal, und nochmal. Stur und uneinsichtig. Immer wieder der gleiche Schlag, die gleiche Eitelkeit, das gleiche Ergebnis. Er verliert.
Es ist erstaunlich, mit welcher Sturheit wir alle immer wieder (und mit Leidenschaft!) den gleichen Fehler machen können.
Stärke hingegen ist die Fähigkeit, im Fluss zu bleiben, sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. Es bedeutet, stark im Hinblick auf sein Ziel zu sein, aber flexibel in der Wahl der Mittel, des Weges und der sich bietenden Möglichkeiten. In meiner Religion nennt man das Losgelöstheit.
Es gibt eine Menge Unklarheiten darüber, was es bedeutet, ein Ziel haben zu müssen. Wenn Sie mich fragen, es bedeutet einfach, dass es Menschen ohne Ziele nicht gibt … deshalb heißt es „haben müssen!“ Ein Ziel ist der Endpunkt der Aufmerksamkeit, und Aufmerksamkeit ist die Kraft, die zwischen dem, worauf wir uns jetzt konzentrieren, und uns, wirkt. In der Physik nennt man das Schwerkraft, im Spirituellen Karma. Ist vielleicht nicht ganz präzise, aber ich glaube, Sie verstehen, was ich meine.
Bei den meisten Menschen ist es so, dass sie ihre Ziele nicht unter Kontrolle haben. Sie nehmen sich vor, glücklich zu sein, aber schon der erste Seitenwind lässt sie beidrehen.
Wenn Sie glücklich sein wollen, müssen Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Glück richten … und dort lassen! Rund um die Uhr. Und das ist alles andere als einfach. Es gibt Menschen, die bringen diese Stärke schon in dieses Leben mit. Die meisten anderen jedoch geben einfach zu früh dabei auf, die Stärke zu entwickeln, die es braucht, um die eigene Aufmerksamkeit zu kontrollieren, und um sein zu können, was auch immer man sein möchte. Das hat wenig oder nichts mit Intelligenz zu tun, aber alles mit spiritueller Entwicklung.
Charly, zum Beispiel, war auf Urlaubsreise in Deutschland und besuchte seine alte Arbeitsstätte, eine kleine Tankstelle vor der Autowerkstatt unseres Dorfes. Genau zu diesem Zeitpunkt aber hatte die Werkstatt ein neues, größeres Gelände bezogen und vorgehabt, die Tankstelle ganz aufzugeben. Ob er nicht Lust habe, sie als Pächter zu übernehmen, fragte man ihn eher im Spaß - und war nicht wenig erstaunt, als der sofort zusagte. Charly besorgte sich ein Gründerdarlehen, zog wieder in unser Dorf und wurde Unternehmer und sein eigener Chef.
Charly liebte Menschen und seine Arbeit. Kam man zum Tanken, stand er meist schon draußen, begrüßte jeden sehr herzlich und eh man sich versah, stand die Motorhaube offen und Charly hielt den Ölmessstab in der Hand. Er war ein glänzender Verkäufer! Aber er verkaufte nicht als Verkäufer. Er war so! Wie schon gesagt, er liebte die Menschen, seine Arbeit und die Autos sowieso, und ein Auto mit zu wenig Öl vom Hof fahren zu lassen: undenkbar! Luftdruck, Batterie, Charly hatte alles im Auge. Und das, obwohl es eine SB-Tankstelle war.
So wie Charly die Menschen liebte, liebten sie ihn. Ein paar Minuten mit ihm und seinem Wiener Schmäh zu plaudern, war hinreißend und schon nach einem Jahr saß er finanziell sicher im Sattel. Die Tankstelle blühte, die Geschäfte gingen großartig, ihm ging es sensationell und da er bescheiden war, hatte er mehr Geld, als er sich je erhofft hatte. Er war Mitglied im Kegelclub geworden, hatte eine Freundin gefunden, kurz: Charly war angekommen.
Im zweiten oder dritten Jahr, ich weiß nicht mehr so genau, ging er mit seinem Kegelclub für 10 Tage nach Mallorca. Dann kam er für einen Tag zurück, um gleich nochmal für zehn Tage nach Mallorca zu fahren, diesmal zusammen mit seiner Freundin, die sich das zum Geburtstag gewünscht hatte. Das hatte sich einfach so ergeben, und warum auch nicht?
Braun gebrannt, erholt und glücklich, erreichte ihn ein Anruf von seinem Steuerberater … irgendwie fehlten 150.000 Mark. Man setzte sich zusammen und schnell war klar, sein Stellvertreter hatte ihn betrogen. Barzahler hatte der als Monatsrechnungskunden eingetippt und sich das Geld in die Tasche gesteckt. Es gab zwar später eine Verurteilung, das Geld aber war und blieb verschwunden. Und 150.000 Mark hatte auch Charly nicht unter seiner Haube versteckt. Es war klar, Charlies Zeit war zu Ende und er selbst Pleite.

Seien Sie stark in Bezug auf Ihr Ziel und flexibel in der Wahl des Wegs
„Weißt“, sagte er in seinem wunderbaren Wiener Dialekt, „ich hatte eine wunderbare Zeit. Es war wie im Traum. Und, ja, schade, dass es zu Ende geht, aber es war fantastisch. Jeder Tag war es wert. Ich werd mir keinen Kopf machen, nur weil das Geld weg ist. Der Herr gibts, der Herr nimmts … ich werd’ was Neues finden … ich bin immer noch glücklich, wenn auch gleichzeitig ein bissel traurig.“ Seine Augen waren feucht, aber trotzdem lachte er wie immer.
Wenn mir jemand diese Geschichte erzählt hätte, ich hätte sie nicht geglaubt, aber ich war dabei und deshalb weiß ich, dass sie wahr ist. Eine Woche nach unserem Gespräch gewann Charly im Lotto. Fünf Richtige mit Zusatzzahl. Fast genau die Summe, die er brauchte, um den Schaden auszugleichen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Die meisten, die diese Geschichte damals miterlebt haben, hielten Charly einfach für einen riesigen Glückspilz. Ich auch. Heute denke ich allerdings anders darüber. Charly hatte diese Stärke und hielt seinen inneren Kompass auf „Glück“ ausgerichtet. Die spirituellen Gesetze sprechen da eine eindeutige Sprache … aber darüber ein anderes mal.
Aus meiner Sicht lohnt es sich immer, sich dem, was kommt, zu stellen. Bleiben Sie gelassen und halten Sie Ihren Kurs fest auf Ihr Glück ausgerichtet! Vertrauen Sie der Kraft, die durch Sie hindurch in diese Welt fließt und Sie werden sehen …
rk-f

#1 by H.U. on Samstag, 14. Februar 2009
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Ich denke, in den tränenfeuchten Augen und dem gleichzeitigen Lachen von Charly ist viel Lebendigkeit verborgen.
H.U.